Ich nutze das SEO-Tool SISTRIX nun bereits 4 Jahre beinahe täglich. Ein Jahr davon als Mitarbeiter von SISTRIX, bei dem ich Interessenten das Tool vorgestellt und verkauft habe und nun 3 Jahre als Online Marketing Manager bei Buzz Digital mit Fokus auf SEO. Es wird also Zeit, über meine ehrlichen Erfahrungen mit dem Tool aus der Praxis zu berichten. Das Ziel des Artikels ist keine reine Tool-Beschreibung, sondern eine nüchterne Betrachtung der Stärken und Schwächen des Tools und wie ich es tatsächlich im Arbeitsalltag einsetze. Es gibt hier auch keine Affiliate-Links oder sonstige finanzielle Interessen, die meine Meinung beeinträchtigen würden. Und nein, der Text ist auch nicht von einer KI generiert. Also los geht’s.
Die Stärken von SISTRIX
Beinahe jeder, der schon einmal Berührungspunkte zu SISTRIX hatte als Tool, kennt den Sichtbarkeitsindex. Dieser basiert auf einem repräsentativen Keyword-Set von 1 Million Keywords und wird täglich erhoben. Die Aussagekraft sehe ich nach wie vor als hoch an. Wenn eine Domain deutschlandweit relevant ist, spiegelt sich dies auch im Sichtbarkeitsindex wider. Wir haben viele Kunden, die überregional sichtbar sind bzw. sichtbar werden wollen. Und immer dann ist auf SISTRIX auch Verlass bei den Daten. Bei sehr lokalen SEO-Projekten spielt der Sichtbarkeitsindex hingegen eher eine untergeordnete Rolle, da es meistens nur eine handvoll relevante Keywords gibt, für die man ranken möchte. Hier bietet SISTRIX allerdings die Möglichkeit über die Projekt-Funktion einen eigenen Sichtbarkeitsindex mit recherchierten Keywords anzulegen und diesen auch mit lokalen Wettbewerbern zu vergleichen.

Die nächste Stärke ist ganz klar die Keyword-Datenbank. Hier schwächeln andere SEO-Tools oftmals. Aber nicht SISTRIX – das Tool hat hier wirklich immer abgeliefert und viele relevante Keywords hervorgebracht. Von Short-Tail zu Longtail-Keywords. Neben dem Sichtbarkeitsindex ist dies die wichtigste Stärke für uns als Agentur. Ohne gute Keyword-Daten läuft ein ganzes SEO-Projekt schnell ins Leere.
Sehr stark ist auch die Wettbewerbsanalyse. Innerhalb kürzester Zeit kann ich die Wettbewerber-Domains miteinander vergleichen. Ich kann die Sichtbarkeitsindizes übereinander legen und im Zeitverlauf betrachten. Noch besser: ich kann detaillierte GAP-Analysen fahren, wo die Wettbewerber unseren Kunden gute Keyword-Rankings voraus haben. Diese Funktion ist absolut top. Mehr dazu im Kapitel wo ich über meinen Arbeitsalltag mit SISTRIX berichte.

Wenn man das Tool das erste Mal öffnet, kann man sich ein wenig erschlagen vorkommen. Allerdings täuscht dies, da SISTRIX doch über eine gute Usability verfügt und nicht so komplex ist, wie es im ersten Moment scheint. Man findet sich recht schnell zurecht und beinahe jede Metrik ist auch mit echt guten Hilfetexten versehen, die einem direkt die Bedeutung erklären. Darüber hinaus kann man SISTRIX auch am Smartphone für einen schnellen Check nutzen, was ich durchaus häufiger schon gemacht habe auf Veranstaltungen.
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Super gut gefallen mir die Optionen, die mit Keyword-Listen verknüpft sind. Sobald ich eine Keyword-Liste angelegt habe, kann ich mir dazu ein Keyword-Cluster ansehen oder auch diese Liste auf eine Domain beziehen und super schnell prüfen, zu welchen dieser Keywords die entsprechende Domain bereits rankt oder sogar eine Traffic-Prognose erstellen, basierend auf dynamischen Ranking-Positionen. Genau bei solchen Funktionen glänzt das Tool einfach.

Generell bleibt SISTRIX am Zahn der Zeit und bietet mittlerweile auch erste GEO-Funktionen zur Messung der Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen wie ChatGPT und dem AI Mode von Google an. Auch wenn der Bereich noch im Aufbau ist, geht es hier meiner Meinung nach in die richtige Richtung. Man kann neuerdings auch die neue Funktion Prompt-Research verwenden, um gezielt Inhalte für KI-Suchsysteme zu erstellen. Des Weiteren kann man nun auch die Sichtbarkeit direkt auf KI-Suchsysteme beziehen.

Die Schwächen von SISTRIX
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Es gibt durchaus einige Punkte bei SISTRIX, die ich als eher schwach im Vergleich zu anderen SEO-Tools ansehe. Zum einen wäre hier das Thema technisches SEO – genauer gesagt die Crawling-Funktion. SISTRIX bietet dies im Rahmen der Projekte zwar an, aber für wirklich große Domains mit tausenden von URLs dauert dies oftmals einfach zu lange. Wenn man hingegen nur eine kleine Website einmal überprüfen möchte, reicht dies locker aus. Wir setzen hier aber klar auf die Pro-Version von Screaming-Frog. Das Tool ist für diesen Zweck einfach viel mächtiger und bietet einen enormen Funktionsumfang. Eine Schwäche ist dies also nur aus der Brille eines Power-Users, mit vielen parallelen URL-starken Projekten.

Eine weitere Schwachstelle ist die Reporting-Funktion aus meiner Sicht. Diese ist nicht mehr wirklich zeitgemäß. Man kann sich zwar individuelle Reports erstellen, aber das endet oftmals doch in einiger Klickarbeit. Fairerweise muss ich sagen, dass es man auch Report-Vorlagen nutzen kann. Diese Funktion habe ich auch oftmals genutzt. Trotzdem sehen die Reports doch eher nüchtern aus und bieten für meinen Geschmack zu wenig Layout-Optionen und Personalisierung an. Hier sind Tools wie SE Ranking deutlich weiter. Man kann sich die Kennzahlen automatisiert per KI interpretieren lassen und das Reporting somit komplett automatisieren. Hier hat SISTRIX definitiv noch Luft nach oben. Alternativ kann man auch die Rohdaten aus SISTRIX von Claude interpretieren lassen – auch hier kommen deutlich ansprechendere Reports raus, als SISTRIX dies nativ anbietet. Die Seitenumbrüche in den SISTRIX Reports haben mich darüber hinaus auch schon häufiger geärgert.
Während die gesamte Usability klar eine Stärke ist, gibts natürlich auch hier einige Punkte, die mich stören. Wieso gibts bei Keywords in SISTRIX nicht einen einfachen Copy-Button daneben? Nicht immer will ich ganze Listen exportieren. Manchmal auch einzelne Keywords aus 3 verschiedenen offenen Tabs. Wenn ich die Keywords manuell kopiere, sind diese immer mit einem Hyperlink versehen. Es sind genau diese Kleinigkeiten, die für Heavy-User wie mich störend wirken. Des Weiteren bin ich auch kein Fan von der Ansichts-Funktion bei Listen. Man kann sich hier eine individuelle Ansicht erstellen. An sich eine gute Idee, aber manchmal fehlen schlicht Kennzahlen zur Auswahl, die ich mir gerne zusätzlich einblenden würde. Am Ende bleibe ich immer bei der Standard-Ansicht, die das Tool mir bietet.
Ein weiterer Punkt ist der Content Assistant, KI-basiert. Dieser Bereich wurde aus meiner Sicht von der KI-Entwicklung schlicht überholt. Hier ist viel zu viel manuelle Klickarbeit nötig. Das machen Gemini und Claude viel effizienter, sofern man hier natürlich den richtigen Kontext mitgibt. Die Ansätze in dem Bereich finde ich an sich sogar gut, mit einem Content-Score, Lesbarkeits- und Plagiatsprüfung. Aber unterm Strich würde ich diesen Bereich klar als Schwäche ansehen bei den verfügbaren Alternativen.

Der generelle Export von Daten ist jetzt keine krasse Schwäche, könnte aber auch einfacher sein. Es reicht nicht einfach auf „Download“ zu klicken, nein ich muss dann zusätzlich nochmal in den Bereich Downloads wechseln um dann wirklich an die CSV mit den gewünschten Keywords zu kommen. Da würde ich mir eine direktere Lösung wünschen, die mir auf Dauer einige Klicks im Tool spart. Als täglicher Nutzer freut man sich über jeden eingesparten Klick.
Sistrix in der Praxis: So nutze ich das Tool im Alltag
Ich würde behaupten, dass ich zu den absoluten Power-Usern von SISTRIX gehöre. Das Tool ist jeden Tag offen und ich checke wie sich die einzelnen Projekte so entwickelt haben. Hier sind tatsächlich Dank SISTRIX schon häufiger kleinere und größere Fehler bei Projekten aufgefallen.
Zum Beispiel hatte ein Kunde in seinem Shopify-Shop einige der wichtigsten Collections einfach gelöscht gehabt ohne uns bei Buzz Digital davon zu erzählen. Aufgefallen ist es erst, als der Sichtbarkeitsindex stark gefallen war. Über die Zeit konnten wir das Problem dann zum Glück lösen und sogar das vorherige Level an Sichtbarkeit übertreffen. Ohne ein aussagekräftiges SEO-Tool würde man hier einfach im Blindflug agieren. Natürlich verwenden wir auch die Google Search Console, aber das Tool alleine würde bei Weitem nicht ausreichen für unsere Zwecke.
Eine sehr effiziente Methode um schnell auf ganze Listen neuer Keywords zu kommen ist, KI-Tools wie ChatGPT oder Claude in Verbindung mit SISTRIX zu nutzen. Ich lasse mir 50 oder mehr Keywords zu einem Thema ausgeben und checke dann in SISTRIX über die Keyword-Funktion, ob hier tatsächlich relevantes Suchvolumen vorhanden ist oder ob die KI einfach wild halluziniert hat.

Ansonsten nutze ich das Tool natürlich in Meetings mit Kunden, um schnell mal die aktuellen Entwicklungen im Projekt aufzuzeigen. Genau dafür ist SISTRIX einfach perfekt, weil es so datenstark ist. Viele Kunden wünschen sich auch explizit den Sichtbarkeitsindex zu sehen. Unsere Bestandskunden schätzen das Tool in dieser Hinsicht genau so wie wir.
Abseits von Meetings nutze ich auch regelmäßig die bereits angesprochenen Keyword-Vergleiche zur Konkurrenz um Ideen für neuen Content zu bekommen. Hier reicht es meiner Meinung nach nicht nur ChatGPT oder Gemini zu befragen. Ich nutze es genau andersrum, indem ich basierend auf der Keyword-Analyse in Zusammenarbeit mit KI neue Content-Ideen entwickele. Bisher sind die KI-Tools auch super schwach gute Keywords zu finden. Über die Keyword-Funktion in SISTRIX kann man die Keywordlisten aus ChatGPT dann nochmal genau überprüfen, ob hier überhaupt Suchvolumen vorhanden ist.

Aber auch bei der Neukundengewinnung kommt SISTRIX fast immer zum Einsatz. Natürlich möchte jeder erstmal die Sichtbarkeit seiner Domain sehen. Richtig spannend wirds dann aber beim Vergleich zu Wettbewerbern. Hier bekommen die meisten Geschäftsführer große Augen, wenn sie den Vorsprung der Konkurrenz sehen. Auf der anderen Seite können wir so ganz einfach veranschaulichen, wie viel Potenzial die Kunden mit ihren Domains noch haben. Häufiger haben wir beim Vorgespräch auch direkt gesehen, wenn Shop-Migrationen oder Website-Relaunches komplett nach hinten losgegangen sind. Wir können dann schnell anhand der Daten belegen, wo die Fehler lagen und Lösungen dafür erarbeiten. Ein Beispiel zeigt der nachfolgende Screenshot, bei dem alle SEO-Basics (301 Weiterleitungen etc.) vernachlässigt wurden.

Mein Fazit zu 4 Jahren SISTRIX Nutzung
Mein Gesamtfazit nach 4 Jahren SISTRIX-Nutzung fällt definitiv positiv aus. Die Stärken des Tools überwiegen ganz klar die Schwächen. SISTRIX bleibt unser Basis-Tool für SEO, mit der Zeit haben wir unseren Tool-Baukasten aber sinnvoll mit Screamingfrog und SE Ranking erweitert. Dies ist aber wirklich nur im professionellen Umfeld zu empfehlen. Für Shop-Betreiber oder Freelancer reicht SISTRIX als Einzellösung defintiv aus. Und hier ist aus meiner Sicht der Preis auch absolut gerechtfertigt.
Wer heutzutage viel erreichen will mit einem Shop oder einer Website, sollte nicht an professionellen Tools sparen. Ansonsten hat man häufig kaum eine realistische Chance, sich langfristig zu behaupten. Genau aus diesem Grund kommen viele Unternehmen auch auf Agenturen wie unserer zu, da diese in der Regel alle relevanten Tools mitbringen und diese auch gewinnbringend einsetzen können.
Die drei größten Stärken sind der Sichtbarkeitsindex, die Keyword-Datenbank und damit in Verbindung die Möglichkeit von Wettbewerbsvergleichen. Genau hier spielt in der Praxis nämlich die Musik. Genau das interessiert die Geschäftsführer von Unternehmen, die online sichtbarer werden möchten.
Die relevantesten Schwächen für mich sind die Reporting-Funktion, der AI Content Assistant und in Teilen die Crawling-Funktion bei Projekten mit sehr großen Websites oder Shops. Wobei der letzte Punkt nur für andere Agenturen relevant sein sollte, die eine Vielzahl von Kunden betreuen.
Positiv stimmt mich auch, dass sich SISTRIX immer mehr von SEO in Richtung GEO (Generative Engine Optimization) entwickelt. Es wird künftig immer wichtiger werden die Sichtbarkeit in KI-Suchen zu beeinflussen. Mit dem neuen Prompt-Tracking geht SISTRIX in genau diese Richtung. Es bleibt also spannend wohin sich SISTRIX in Zeiten der KI-Suche entwickeln wird. Für mich bleibt es auf absehbare Zeit aber mein Haupttool zur Messung der organischen Sichtbarkeit.